Trinkt mehr gesundes Leitungswasser! – Diese 7 Sozialunternehmen helfen dir dabei

© Crina Parasca / Unsplash

Der Konsum von in Flaschen abgefülltem Sprudel oder Mineralwasser hat sich seit den 1970er Jahren mehr als verzehnfacht. Für die Umwelt ist das nicht gut. Wir stellen nachhaltige Initiativen und Startups vor, die uns helfen, gesundes Leitungswasser in den Alltag zu integrieren.  

Die eigene Trinkflasche für unterwegs: Diese Hersteller stehen glaubwürdig für ihre Mission ein!

Wir stellen hier drei Firmen vor, die praktische und ökologisch durchdachte Flaschen herstellen, um Wasser selbst abzufüllen. Warum genau diese? – Alle drei sind als Certified B Corporations ganzheitlich ethisch zertifiziert, vergleichbar mit der Gemeinwohlökonomie. Ihre Gründer sind Überzeugungstäter. Zwei haben zudem ihre eigene Stiftung oder haben relevante Stimmrechte einer Stiftung übertragen, um ihren Anspruch, mit ihren Produkten ernsthaft etwas in der Welt zu bewegen, zu unterstreichen.  

Soulbottles – die Glasflasche mit der #Act on Plastic Mission
Soulbottles ist mehr als eine einfache Glasflasche. Das Berliner Startup ist einer der Vorreiter der Purpose Economy, gehört vollständig den Mitarbeitenden und hat ein hierarchiefreies Organisationsmodell entwickelt. Denn das Unternehmen möchte die Werte, die ihren Kunden wichtig sind, auch intern leben. Mit dem Soulinkubator und dem Act on Plastic Programm unterstützt Soulbottles soziale Innovationen, die Ideen zum Kampf gegen Plastikmüll realisieren.

Dopper – die Plastik-Campaigner
Der erste Blick täuscht. Eine Firma, die Plastikflaschen vertreibt, als Motor für den Kampf gegen Plastik in den Meeren? Doch dopper ist genau dies: Das von Marijn Everaarts in Holland gegründete Unternehmen wurde mit dem Ziel gegründet, Menschen für das Problem der Verschmutzung der Meere zu sensibilisieren – hiermit war es eines der ersten. Das Unternehmen unterstützt Kampagnen gegen Plastikmüll in den Meeren und gibt 5% der Umsätze in die eigens hierfür gegründete Stiftung. Die Flaschen selbst sind “cradle-to-cradle”-zertifiziert und sind frei von Weichmachern (“BPA-frei”).

Klean Kanteen – die Stählerne
Die Edelstahlflaschen sind nicht nur robust. Auch hier steht hinter dem Produkt eine Firma, die es mit Nachhaltigkeit ernst meint. Klean Kanteen setzt sich engagiert für eine Zero-Waste-Gesellschaft ein und unterstützt aktiv Kampagnen zur Vermeidung von Einwegbechern. Ihr neuestes Produkt: spülmaschinenfeste Mehrweg „Stroh“-Halme aus Edelstahl mit Silikonspitze. 

Praktische und ökologisch durchdachte Flaschen von:
Soulbottles, Dopper, Klean Kanteen (v.l.n.r.)

Für die Gastronomie: So könnt ihr Leitungswasser aufwerten!

Die Gastronomie steckt oft in der Zwickmühle. Denn an Leitungswasser verdient sie in der Regel nicht. Es gibt aber Lösungen, die für die Kunden wie auch für die Gastronomie attraktiv sein können. Hier stellen wir zwei Optionen vor, die Leitungswasser zu einem Produkt für die Getränkekarte in der Gastronomie aufwerten:

Züri-Wasser
Die Idee ist so einfach wie genial. Um es der Gastronomie schmackhaft zu machen, Leitungswasser auszuschenken, hat der schweizer Verein “Drink & Donate” das “Züri-Wasser” (Z2O) erfunden, das inzwischen als “Schwiizer Wasser” (CH2O) in weitere Regionen der Schweiz expandiert. Die Logik ist: Der Kunde zahlt drei Franken für eine 0,5l Karaffe Wasser. Zwei Franken erhält der Gastronom, ein Franken geht als Spende an Trinkwasserprojekte von Drink & Donate. Dank des Logos erkennt der Kunde schnell, dass er zwar für Leitungswasser bezahlt, dies aber für einen guten Zweck.

Vitalisiertes Wasser
Eine ebenfalls einfache Alternative, Wasser für den Gebrauch in der Gastronomie aufzuwerten, sind Geräte, die das Wasser filtern und vitalisieren. Das Berliner Unternehmen Leogant etwa richtet sich mit seinen Produkten gezielt an die Gastronomie. Mit vitalisiertem Wasser kann der oder die Gastronom*in ein „Szene-Getränke“ auf die Karte setzen, das direkt in der Küche hergestellt wird. Dies dürfte so manches von weit hergeholte Mineralwasser ersetzen und so die Umwelt entlasten. Welche Methoden am effektivsten Wasser in seinen ursprünglichen frischen Quellzustand zurückversetzen, können wir nicht beurteilen. Soviel steht fest: Die Nachfrage nach vitalisierten Wasser steigt.

Refill Deutschland Orte

Wenn es denn unbedingt abgefülltes Mineralwasser sein muss …

Wer dennoch um Wasserflaschen nicht herumkommt. Mit Viva con Agua  (Glasflaschen) und Share (Plastikflaschen aus 100% recyceltem Plastik) gibt es zwei Anbieter, die ethisch stark aufgestellt sind und mit einem spürbaren Teil ihrer Erlöse Trinkwasserprojekte unterstützen. 

Viva con Agua
Bei Viva con Agua ist dies durch die Gesellschafterstruktur fest verankert. 60% der Firmenanteile halten die Viva con Agua Stiftung bzw. der gleichnamige Verein, den Rest Impact Investoren aus dem erweiterten Freundeskreis. Das Wasser wird regional abgefüllt und ist in den Varianten “leise” (stilles Wasser) und “laut” (mit Kohlensäure erhältlich.

Share
Share wurde unter anderem von Sebastian Stricker ins Leben gerufen, der zuvor bereits die ShareTheMeal Spenden App gegründet hat, die inzwischen in das UN Welternährungsprogramms aufgenommen wurde.. Das B Corp zertifizierte Unternehmen ist getrieben von der 1+1 Vision. Jeder Bio-Nussriegel spendet eine Portion Essen, jede Handseife spendet ein Stück Seife und jede Flasche Wasser spendet einen Tag Trinkwasser.

Viva con Agua Mineralwasser in der Mehrweg-Glasflasche (links). Share setzt auf Flaschen aus 100% recyceltem Kunststoff (rechts)

Wer gerne Sprudel mag: Die bessere Alternative zu gekauften Flaschen ist fast immer, Sprudel selbst herzustellen. Anbieter wie SodaStream bieten eine Vielzahl von Wassersprudler für den Hausgebrauch.